Die TV-Interviews
Zunächst erhielten alle Teilnehmer des Projektes im November 2000 eine mehrstündige Einweisung in alle Arbeiten, die für eine TV-Aufnahme nötig sind: Aufbau des Studios, Einrichtung des Lichts, Tontechnik, Kameraführung und Bildschnitt. Von der Seminarleitung wurde ein leicht verständliches Manual für die Bedienung der Geräte und mit Anweisungen für des Einrichtung des Studios erstellt, das bei jedem Aufnahmetermin verteilt, durch das jeweilige Team ergänzt und vor der nächsten Aufzeichnung in der jeweils aktualisierten Form ausgegeben wurde.
Aus Gründen der Dramaturgie der geplanten Sendereihe – von den Zeitzeugen und ihren Berichten sollte nicht durch eine aufwendige Inszenierung abgelenkt werden –, aber auch aus ökonomischen und organisatorischen Gründen wurde beschlossen, die Zeitzeugengespräche ausschließlich im Studio des Offenen Kanals Berlin aufzunehmen. Es wurden drei Kameras eingesetzt, jeweils eine für den Gesprächspartner, eine für die Studenten und eine für die Totale. Als Hintergrund wurde ein einfarbiger blauer Vorhang gewählt, der mit einem "Lichtschweif" ausgeleuchtet war, der von rechts oben nach links unten verläuft, um das ansonsten bewußt strenge Arrangement aufzulockern. Auf Dekorationen wurde weitgehend verzichtet, bis auf zwei kleine, schwarze Tische als Ablage für die Wassergläser und Notizen.
Die Gespräche wurden von ein oder zwei Studenten geführt, die Entscheidung über die Gesprächsführer fällte die jeweilige Arbeitsgruppe in Absprache mit der Projektleitung nach dem Vorgespräch mit dem Zeitzeugen. Jede Gruppe entwickelte, unabhängig von den anderen Gruppen, im Rahmen der vorgegebenen Bedingungen ein eigenes Interview-Konzept, ausgehend von der Biographie und in Absprache mit dem Zeitzeugen: So wurden schon durch die Eingangsfrage und die Wahl verschiedener Themenblöcke unterschiedliche Schwerpunkte gesetzt, je nachdem, welche Phase seines Lebens der betreffende Zeitzeuge für das Gespräch im Offenen Kanal Berlin als besonders wichtig erachtete. Dieses Konzept wurde gewählt, um ein einseitiges Abfragen der "Opfersituation", wie es teilweise in den TV-Zeitzeugenproduktionen üblich ist, zu vermeiden. Die einzige strukturierende Vorgabe bzw. Anregung für das Gespräch bestand darin, alle drei lebensgeschichtlich wichtigen Phasen zu thematisieren, nämlich die Zeit vor, während und nach der Verfolgung. Einige Gespräche haben dann auch eine chronologische Erzählweise, andere nicht.
Die sieben Zeitzeugen-Gespräche im Offenen Kanal Berlin wurden von Anfang Dezember 2000 bis Februar 2001 aufgezeichnet, die Gespräche dauerten jeweils etwa 40 Minuten.
Nach mehreren Einführungen in den Bildschnitt im Offenen Kanal Berlin im Wintersemester 2000/2001 und im Sommersemester 2001, die sogenannte "Casablanca", wurden die Zeitzeugen-Gespräche ab Mai 2001 für die Ausstrahlung bearbeitet.
Zunächst wurden die Rolltexte zur Biographie des jeweiligen Gesprächspartners erstellt, die den Aufnahmen hinzugefügt werden. Danach erarbeitete das TV-Team den Vorspann und Abspann der Sendungen sowie den kurzen Trailer, der vor der Ausstrahlung der Sendereihe im Offenen Kanal Berlin über die Inhalte und Termine informiert.
Wir entschlossen uns, die Gespräche selber nicht zu schneiden, sie werden in voller Länge gesendet.
Die "Postproduction", die Bearbeitung des aufgezeichneten Materials am Schnittplatz des Offenen Kanals Berlin erfolgte von Juni bis Juli 2001.
Die Ausstrahlung der Sendereihe "Zeitzeugen im Offenen Kanal - Verfolgte der Hitlerdiktatur berichten" ist für den Herbst 2001 vorgesehen.
Die Zeitzeugen und ihre Interviewer/innen:
- Josef Tal im Gespräch mit Barbara von der Lühe
- Inge Deutschkron im Gespräch mit Alexander von Schmidt und Tanja Seider
- Joseph Weizenbaum im Gespräch mit Ariadne Klingbeil
- Andrzej Wirth im Gespräch mit Kathrin Vogel und Andreas Stirn
- Otto Rosenberg im Gespräch mit Monika Feuerlein und Jörg Waßmer
- Jizchak Schwersenz im Gespräch mit Katja Beeck
- Jochanan Trilse-Finkelstein im Gespräch mit Corinna Volkmann und Ulrike Merz
Barbara von der Lühe
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