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Inge Deutschkron Otto Rosenberg Jizchak Schwersenz Josef Tal Jochanan Trilse-Finkelstein Joseph Weizenbaum Andrzej Wirth

"Ätsch, ich lebe noch!..."

Inge Deutschkron

Inge Deutschkron, 1922 in Finsterwalde als Tochter eines Gymnasiallehrers geboren, wuchs seit 1927 in Berlin auf. Ab 1933 wurden die Eltern als Juden und Sozialdemokraten von den Nationalsozialisten verfolgt, Inge Deutschkron erlebte entwürdigende Diskriminierungen in der Schule, der Vater wurde aus dem Staatsdienst entlassen. Er emigrierte im April 1939 nach England, Inge Deutschkron und ihrer Mutter gelang die Flucht ins Ausland nicht. Eine Zuflucht bot Inge Deutschkron und anderen Juden während des Krieges die Blindenwerkstatt von Otto Weidt in Berlin-Mitte, wo Inge Deutschkron von 1941 bis 1943 arbeitete. Otto Weidt gelang es von 1940 bis 1945, seine Mitarbeiter, vor allem jüdische Blinde und Taubstumme, und sogar ganze Familien, die vor den Nazis auf der Flucht waren, zu schützen, manche sogar vor dem Tod zu retten.

Im Januar 1943 entgingen Inge Deutschkron und ihre Mutter nur knapp der Deportation, sie tauchten unter, wie man damals sagte, und lebten bis zur Befreiung 1945 mit Hilfe von nichtjüdischen Freunden in der Illegalität, immer in der Angst, entdeckt und verraten zu werden. 1946 gingen Mutter und Tochter nach London, wo Inge Deutschkron Sprachen studierte und als Sekretärin für die Sozialistische Internationale tätig war. 1954 verließ sie England und reiste nach Indien, Burma, Nepal und Indonesien, 1955 kam sie nach Bonn, um dort als freie Journalistin zu arbeiten. Seit 1958 war sie Korrespondentin der israelischen Zeitung "Maariv" in der Bundeshauptstadt. 1966 erhielt Inge Deutschkron auch die israelische Staatsbürgerschaft, ihr Entschluß zur Auswanderung nach Israel reifte schließlich aus Enttäuschung über die deutsche Politik – es hatte keinen Bruch mit der Nazivergangenheit gegeben - und nicht zuletzt wegen des offenen Antisemitismus und der unreflektierten anti-israelischen Haltung der 68er-Bewegung. Von 1972 bis 1988 lebte Inge Deutschkron in Tel Aviv, als Mitarbeiterin der Maariv erlebte und kommentierte sie die Brennpunkte der nahöstlichen und internationalen Politik. Aus Anlaß der Inszenierung des Theaterstücks "Ab heute heißt Du Sara" nach ihrer Autobiographie "Ich trug den gelben Stern" (Premiere im Februar 1989) kehrte sie im Dezember 1988 nach Berlin zurück. Für Inge Deutschkron hat dieses Stück eine große Bedeutung, einerseits wegen des unmittelbaren persönlichen Bezugs, andererseits wegen der positiven Reaktionen des zumeist jungen Publikums während der Aufführungen, die deutlich machen, dass die Botschaft Inge Deutschkrons verstanden wird. Heute lebt sie als freie Journalistin und Autorin in Tel Aviv und Berlin, sie selbst bezeichnete sich 1992 als Pendler zwischen zwei Welten, Israel und Deutschland. In ihren zahlreichen Publikationen beschäftigt sich Inge Deutschkron mit der Verfolgung von Juden in der Nazi-Zeit, mit den deutsch-israelischen Beziehungen und ihrer eigenen Situation als Jüdin in Deutschland. 1984 wurde Inge Deutschkron mit dem Berliner Moses-Mendelssohn-Preis ausgezeichnet. Ihr besonderes Anliegen gilt heute mehr als je zuvor der pädagogische Arbeit mit Jugendlichen, denen sie aus eigenem Erleben die Folgen von Rassenhass und Vorurteilen schildert – immer in der unerschütterlichen Überzeugung, nicht allein zu stehen im Kampf gegen ein neues Verbrechen an Menschen.

Alexander von Schmidt/Barbara von der Lühe

Literatur von/über Inge Deutschkron:

Inge Deutschkron: ... denn ihrer war die Hölle - Kinder in Gettos und Lagern. Köln 1979.

Inge Deutschkron: Israel und die Deutschen. Das besondere Verhältnis. Köln 1983

(erweiterte Neuauflage Köln 1991).

Inge Deutschkron: Ich trug den gelben Stern. Köln 1978.

Inge Deutschkron: Mein Leben nach dem Überleben. Die Fortsetzung von ,Ich trug den gelben Stern'. München 2000.

Inge Deutschkron: Milch ohne Honig - Leben in Israel. Köln 1989.

Inge Deutschkron: Unbequem - mein Leben nach dem Überleben. Köln 1992.

Inge Deutschkron: Sie blieben im Schatten. Ein Denkmal für stille Helden. Berlin 1996.

Inge Deutschkron: Papa Weidt. Der bot den Nazis die Stirn. 1999.

Inge Deutschkron: Emigranto. Vom Überleben in fremden Sprachen. Berlin 2001.

Daffke...! Die vier Leben der Inge Deutschkron. 70 Jahre erlebter Politik. Hrsg. von Wolfgang Kolneder. Berlin 1994.

Filme über Inge Deutschkron:

"Drei Frauen aus Berlin", Direktor: Noemi Ben Nathan-Schory, et. al. Israel, 1991.

"Daffke... ! Die vier Leben der Inge D.", Carsten Krüger Filmproduktion 1995, erhältlich als Videokassette

Theaterstück über Inge Deutschkron:

"Ab heute heißt Du Sara", Grips Theater Berlin, Premiere in der Spielzeit 1989 (nach ihrem Buch "Ich trug den gelben Stern")

Interviews mit Inge Deutschkron und anderen Überlebenden des Holocaust:

Surviving the Holocaust - Interviews with German-Jewish Women Writers (CD-ROM Project) von Monika Totten, Foreign Languages and Literatures, MIT (1997)

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"Sie haben unsere Familie förmlich auseinandergerissen."

Otto Rosenberg

1923 wird Otto Rosenberg in Draugupönen, Ostpreußen geboren. Nach der Trennung seiner Eltern zieht er zu seiner Großmutter nach Berlin, wohnt in einem Wohnwagen auf einem angemieteten Privatgrundstück, und besucht die Grundschule in Alt-Glienicke. 1935 werden die Nürnberger Rassegesetze auf Sinti und Roma übertragen, und auch Otto bleiben in seinem unmittelbaren Umfeld Anfeindungen als "Zigeuner" nicht erspart. Im Vorfeld der Olympiade werden alle Berliner "Zigeuner", wie es im damaligen Sprachgebrauch heißt, so auch die Rosenbergs, ins Sammellager Marzahn verschleppt, das sie ohne Genehmigung nicht mehr verlassen dürfen. Hier machte der Neunjährige Bekanntschaft mit Eva Justin und Robert Ritter, den Leitern des von den Nazis gegründeten Rassenhygiene-Instituts.

1940 wird Otto Rosenberg im Rüstungsbetrieb "Dannemann & Quandt Apparatebau" in Berlin-Lichtenberg zur Zwangsarbeit verpflichtet. Als "Zigeuner" ist er vom gemeinsamen Essen mit den Kollegen ausgeschlossen. Als er in einem vermeintlich unbeobachteten Augenblick ein Brennglas in die Tasche steckt, nimmt das Verhängnis seinen Lauf: Wegen Sabotage und Diebstahl von Wehrmachtseigentum wird er zunächst vier Monate in Untersuchungshaft gehalten, dann zu 3 Monaten und 3 Wochen Jugendarrest verurteilt. Der Freilassung folgt bereits am Gefängnistor die Deportation nach Auschwitz, zunächst ins Stammlager, später ins Zigeunerlager Birkenau, wo sich auch seine Großmutter befindet. Hier lernt Otto mit seinen vierzehn Jahren die unvorstellbare Grausamkeit kennen, zu der Menschen fähig sind. Er erlebt den Egoismus, zudem die Todesangst die Menschen treibt, aber auch Beispiele für echtes Mitgefühl und Solidarität: Am 16. Mai 1944 gelingt den Häftlingen ein erfolgreicher Widerstand gegen die drohende Liquidierung des Zigeunerlagers. Ottos Geschwister überleben Auschwitz nicht, für ihn selbst beginnt eine Odyssee durch mehrere Konzentrations- und Arbeitslager: der Zwangsarbeit im Steinbruch von Buchenwald folgt der Transport in den Bergwerksstollen von Dora-Mittelbau, anschließend nach Bergen-Belsen. Als einziger seiner Familie erlebt er die Befreiung am 15. April 1945. Erst in Berlin trifft er auf seine Mutter, die das Konzentrationslager Ravensbrück überlebte, kurz darauf jedoch an den Folgen einer Lungentuberkulose stirbt.

Otto Rosenberg zieht zur Familie seiner Tante nach Britz, wo er zwischen lauter alten Nazis wohnt. Die siebenjährige Beziehung zu einer Sintezza, die ebenfalls das Konzentrationslager überlebte, zerbricht unter den psychischen und physischen Folgen der Zwangssterilisation: für sie ist ein Leben in Deutschland nicht mehr denkbar.

Im Juni 1953 heiratet Otto Rosenberg, das Ehepaar hat sieben Kinder und mehrere Enkelkinder, darunter die Sängerin Marianne Rosenberg.

Als langjähriger Vorsitzender des Landeverbandes deutscher Sinti und des Landesverbandes deutscher Sinti und Roma in Berlin-Brandenburg, für den sich auch seine Familie engagiert, berät er Menschen, die unter Verfolgung und Diskriminierung leiden. Er hilft mit der Auslegung von Gesetzestexten, wenn sie Analphabeten sind.

Am 4. Juli 2001 ist Otto Rosenberg in Berlin gestorben. Seine Hoffnung war, dass sich das, was ihm und seinen Leidensgenossen geschehen ist, nie wiederholen wird.

Monika Feuerlein

Literatur:

Otto Rosenberg: Das Brennglas. Aufgezeichnet von Ulrich Enzensberger. Frankfurt/Main 1998.

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"Unsere Heimat ist uns zum Feindesland geworden."

Jizchak Schwersenz

Jizchak Schwersenz ist Berliner: am 30. Mai 1915 wurde er in der preußischen Metropole als Sohn eines wohlhabenden Kaufmannes geboren, seine frühe Kindheit verlief harmonisch, viele seiner Freunde stammten aus christlichen Nachbarsfamilien. Das Jahr 1921 aber war ein Wendepunkt im Leben des Jungen: Die Schulzeit in der allgemeinen Volksschule in Berlin-Charlottenburg begann und damit auch die Demütigungen durch antisemitische Diskriminierungen von Schulkameraden und Lehrern; zudem lebte er seit der Scheidung der Eltern mit der Mutter allein. Der einzige jüdische Mitschüler, der aus einer ostjüdischen Familie stammte, begeisterte Schwersenz für das Judentum, auf eigenen Entschluß besuchte er eine jüdische Religionsschule, und schon im Alter von neun Jahren trat er dem jüdisch-orthodoxen Jugendbund "Esra" bei. 1928 wurde Schwersenz Mitglied der zionistischen Jugendorganisation "Kadima", 1932 schloß er sich dem Verband religiöser Pioniere an, die einen religiös-zionistischen Standpunkt vertraten. Nachdem er 1933 das Realgymnasium in Berlin verlassen mußte - sein Abitur holte er 1938 am Adass-Yisroel-Realgymnasium in Berlin nach - , ging Schwersenz von 1933 bis 1935 auf "Hachscharah" in die Niederlande, d.h. er bereitete sich mit einer landwirtschaftlichen Ausbildung auf die Auswanderung nach Palästina vor. 1935 kehrte er nach Deutschland zurück, und arbeitete nach Abschluß des Jüdischen Religionslehrerseminars von 1936 bis 1939 als Lehrer an jüdischen Schulen in Köln, Herrlingen sowie Berlin und arbeitete in der Schul- und Kulturabteilung der Jüdischen Jugendhilfe mit. Von 1938 bis 1939 besuchte er die Jüdische Lehrerbildungsanstalt in Berlin, die er mit einem Volkschullehrer-Diplom abschloß. Seit Mitte der dreißiger Jahre engagierte sich Jizchak Schwersenz zudem in führenden Positionen in der Jugend-Alija, einer 1932 gegründeten Organisation, die Kindern und Jugendlichen aus Europa zur Einwanderung nach Palästina verhalf. 1939 übernahm er die Leitung der Jugend-Alija-Schule in Berlin, die 1941 von den Nationalsozialisten geschlossen wurde. Bis 1942 war es aber möglich, Kinder und Jugendliche noch in der Gartenbauschule Wannsee heimlich zu unterrichten, seit 1941 arbeitete Schwersenz zudem in der Großküche der Jüdischen Gemeinde. Die Bedrohungen und Drangsalierungen der jüdischen Bevölkerung durch die Nationalsozialisten nahmen ständig zu, so mußte ab September 1941 der "gelbe Stern" getragen werden, der Juden in Deutschland öffentlich stigmatisierte, im Oktober 1941 begannen die Deportationen Berliner Juden, die Auswanderung von Juden wurde verboten. 1942 wurde die Gartenbauschule Wannsee geschlossen, das Schicksal der jüdischen Schüler und des Lehrers waren ungewiß. Im August 1942 faßte Jizchak Schwersenz unter dem Eindruck der bevorstehenden Deportation den Entschluß, "unterzutauchen". 17 Monate lebte er illegal in Berlin, ständig von Entdeckung und Tod bedroht. Dennoch gelang es Jizchak Schwersenz im Februar 1943, zusammen mit seiner Freundin Edith Wolff (Ewo), die jüdische Jugendgruppe "Chug Chaluzi" (Kreis der Pioniere) im Untergrund ins Leben zu rufen, um die Erziehungsarbeit fortzusetzen. Nach der Verhaftung und Deportation von Freunden und Mitstreitern flüchtete Jizchak Schwersenz im Februar 1944 schließlich in die Schweiz. Er ließ sich in Zürich nieder, wo er im selben Jahr sein Studium der Geschichte und Geographie aufnahm, das er 1949 mit dem Lehrer-Diplom abschloß. Seine Initiative galt ganz und gar jüdischen jugendlichen Überlebenden der Shoa: Im Herbst 1945 gründete er die zionistische Jugendorganisation Brith Hazofim, seit 1946 betreute er junge Überlebende des Konzentrationslagers Bergen-Belsen, 1948 übernahm er die Leitung eines jüdischen Kindererholungsheimes in Adelboden im Berner Oberland. Nachdem Schwersenz von 1949 bis 1952 in Zürich als Lehrer gearbeitet hatte, verwirklichte er 1953 seinen Traum, die Einwanderung nach Israel. Seine Tätigkeit als Lehrer setzte er in Haifa und in Kiryat Atta fort. 1979 kam er auf Einladung des Berliner Senats erstmals seit dem Krieg wieder zurück nach Deutschland; diesem Aufenthalt sollten viele weitere folgen, da er sich mit Begeisterung pädagogischen Aufgaben in verschiedensten Einrichtungen in der Bundesrepublik widmete, dazu kamen Reisen in die Schweiz und in die DDR. Schließlich zog Jizchak Schwersenz 1990 zurück nach Berlin, wo er bis heute seiner pädagogischen Mission nachgeht, in einer Stadt und in einem Land freilich, wo er nie ganz die Angst vor dem "alten Geist" verloren hat. Und so sieht sich Jizchak Schwersenz heute als Wanderer zwischen "zwei Welten" - zwischen der neuen Heimat Israel und der alten Heimat Deutschland.

Katja Beeck / Barbara von der Lühe

Literatur:

Jizchak Schwersenz: Die versteckte Gruppe. Ein jüdischer Lehrer erinnert sich an Deutschland. Berlin 1988.

Jizchak Schwersenz: Zwischen Heimat und Exil. Ein jüdischer Lehrer erzählt Geschichte. Neun Vorträge. Berlin 1995.

Jizchak Schwersenz und Edith Wolff: Jüdische Jugend im Untergrund. Eine zionistische Gruppe in Deutschland während des Zweiten Weltkrieges. Tel Aviv 1969.

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"... Aber sie können in der Musik keine Grenzen setzen."

Josef Tal

Geboren wurdeJosef Tal am 18. September 1910 als Sohn eines Rabbiners im schlesischen Pinne. Die Kindheit und Jugend verbrachte Josef Gruenthal – den Namen Tal nahm er erst spaeter in Israel an – in Berlin, wo der Vater ein Waisenhaus leitete und an der Hochschule fuer die Wissenschaft des Judentums lehrte. Seine aeltere Schwester und er wuchsen in einem assimilierten Elternhaus auf, aber es wurde auch auf eine strenge religioese Erziehung geachtet. Klavier- und Theorie-Unterricht erhielt Tal als Jugendlicher bei dem Korrepetitor der Staedtischen Oper Charlottenburg, Kurt Teichmann. Nach dem Abitur studierte Tal an der Berliner Hochschule fuer Musik , zu seinen wichtigsten Lehrern zaehlten im Fach Komposition Max Trapp und Heinz Tiessen. Wichtige Anregungen erhielt er von Paul Hindemith und Friedrich Trautwein, in dessen Studio an der Berliner Musikhochschule Tal seine erste Begegnung mit elektronischer Musik hatte. Nach dem Abschluss des Studiums 1932 arbeitete Tal in Berlin als Musiklehrer, doch bereits Anfang 1933 verlor er seine Stelle. Tal fasste daraufhin einen mutigen Entschluss: Mit seiner Frau und dem kleinen Sohn wollte er einen neuen Anfang in Palaestina wagen. Da die englischen Behoerden ihm nur ein 'Kapitalisten-Zertifikat' gewaehren wollten und er die 1.000 Pfund oder 20.000 Reichsmark fuer das Vorzeigegeld nicht besass, versuchte er ueber die Zionistische Organisation ein "Arbeiter-Zertifikat" fuer die Einwanderung ohne Vorzeigegeld zu bekommen, was ihm als Musiker aber nicht gelang. So machte er sein Hobby zum Beruf: Mit Hilfe eines Stipendiums schulte er auf Fotografie um doch noch als Handwerker auswandern zu koennen. So kam Josef Tal 1934 als Fotograf nach Palaestina, fand dort allerdings in diesem Beruf trotz aller Anstrengungen kein ausreichendes Auskommen. Fasziniert von den Aufbauleistungen in den Kibbuzim ging er mit Frau und Kind fuer einige Zeit aufs Land, aber dieses Lebenskonzept erwies sich fuer Tal als unbrauchbar, weil er im Kibbuz als Berufsmusiker nicht akzeptiert wurde. Daher entschied sich Tal 1936 zur Uebersiedlung nach Jerusalem, wo er sich in kurzer Zeit erfolgreich als privater Klavierlehrer und als freier Mitarbeiter des im April 1936 eroeffneten Rundfunks etablierte. 1938 trat er als Klavier- und Kompositionslehrer in das Palestine Conservatoire ein, und seit 1940 widmete sich Tal der kuenstlerischen Leitung des Instituts. In den vierziger Jahren trat er mit seinen Kompositionen erstmals an die Oeffentlichkeit, Erfolg hatte er vor allem mit seinem Klavierkonzert (1945) und der sinfonischen Dichtung Exodus (1947).

Als passionierter Musikpaedagoge veroeffentlichte Tal mehrere Buecher ueber Musiktheorie (1944) und ueber musikalische Form (1951). Von 1947 bis 1953 war Tal als kuenstlerischer Leiter und Musikpaedagoge in verschiedenen Jerusalemer Konservatorien taetig, seit 1950 als Dozent fuer Musik an der Hebraeischen Universitaet Jerusalem. 1965 wurde Josef Tal Leiter der neugegruendeten musikwissenschaftlichen Abteilung der Hebraeischen Universitaet und 1971 erhielt er dort eine Professur, die er bis zu seiner Pensionierung innehatte. Mit Unterstuetzung des jerusalemer Buergermeisters Teddy Kolleks und der UNESCO wurde 1961 unter der Leitung Josef Tals das israelische Zentrum fuer elektronische Musik gegruendet. Seitdem komponierte er zahlreiche Werke fuer rein elektronische Medien, und in vielen seiner Kompositionen – sowohl Konzerten als auch Opern – ist elektronische Musik integraler Bestandteil des Orchesters, zum Beispiel der Klavierkonzerte mit Elektronik aus den Jahren 1962, 1964 und 1977. Aus dem Jahr 1990 stammt ein Werk ausschliesslich fuer Computer. Viele der Kompositionen Josef Tals sind von biblischen Themen oder juedischer Geschichte inspiriert. Einen wichtigen Stellenwert in Tals Schaffen haben seine elf Opern: 'Saul at Ein Dor' (1955) und 'Amnom and Tamar' (1961), 'Massada 1967' (1973 auf dem Israel Festival in Jerusalem uraufgefuehrt), 'Die Versuchung ' (1975) und 'Else – Hommage' (1975), 'Der Garten' (1987) und 'Die Hand' (1987). Die Begegnung mit Rolf Liebermann in Jerusalem 1970 hatte wesentlichen Einfluss auf Tals Buehnenschaffen: Bereits 1971 wurde eine Auftragskomposition Liebermanns, die Oper 'Ashmedai', an der Hamburger Staatsoper uraufgefuehrt, 1976 folgte die Urauffuehrung der Oper 'Die Versuchung' an der Muenchner Staatsoper. Tals Oper 'Der Turm,' ein Auftragswerk des Berliner Wissenschaftskollegs, hatte 1987 als Produktion des Staatstheaters Kassel waehrend der Festwochen in Berlin Premiere, und 1988 wurde 'Der Garten', an der Hamburger Staatsoper uraufgefuehrt. Tals vorerst letztes Buehnenwerk, 'Josef' erlebte im Juli 1995 im neuen Tel Aviver Opernhaus seine Premiere. Seit vielen Jahrzehnten ist Josef Tal weltweit auf Musikveranstaltungen und Konferenzen vertreten, und er ist Mitglied verschiedener Gremien in den USA und Kanada sowie Ehrenmitglied der Academy of Arts and Letters of the United States. Fuer sein Werk erhielt Josef Tal hohe internationale Anerkennung, unter anderem ist er Traeger des Israelischen Staatspreises (1971), des Engel-Preises der Stadt Tel Aviv (1949, 1952 und 1964) und des Wolf-Preis der Stadt Jerusalem (1983). 1984 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse verliehen, 1969 wurde er zum Mitglied der Akademie der Kuenste in Berlin/West gewaehlt. Tal kommt ohne Bitterkeit nach Deutschland, obwohl sein Vater in Auschwitz ermordet wurde und seine Schwester und ihr Mann mit knapper Not das KZ ueberlebten.

An 'Ruhestand' denkt Josef Tal nicht, er ist staendig in einem schoepferischen Prozess und haelt engen Kontakt zu vielen Kollegen, besonders zu jungen Kompositionsstudenten: "Nicht nur in Israel, sondern auch in Europa, so dass ich sehr gut Bescheid weiss, was alles geschieht bei dieser Generation." Aus dieser fruchtbaren Zusammenarbeit ist im Sommer 2000 ein Buch entstanden, "Musica Nova im 3. Millenium".

Barbara von der Lühe

Literatur:


Josef Tal: Der Sohn des Rabbiners. Ein Weg von Berlin nach Jerusalem. Berlin 1985.

Josef Tal: Musica Nova im 3. Millenium. o.O., 2000.

Lühe, Barbara von der: Die deutschsprachige Musikemigration in das britische Mandatsgebiet Palaestina seit 1933: Ihr Beitrag zum Aufbau des israelischen Rundfunks, der Oper und der Musikpaedagogik. Mit einem Vorwort von Avi Primor. Frankfurt/Main, Berlin, Bern, Bruessel, New York, Wien 1999.

Lühe, Barbara von der: Musikleben in Israel. Geschichte und Gegenwart. In: Fuenfzig Jahre Israel, Vision und Wirklichkeit. Heiner Lichtenstein und Otto R. Romberg (Hrsg.). Schriftenreihe der Bundeszentrale fuer politische Bildung Bd. 353. Bonn 1998, S.336–347.

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"Zunächst war ich Zeuge, und dann war ich hineingezogener Teilnehmer..."

Jochanan Trilse-Finkelstein

Jochanan Trilse-Finkelstein wurde 1932 als Sohn eines Arztes in Breslau geboren.

Seine Kindheit verbrachte er in Wien, wohin die Eltern - beide aktive Sozialdemokraten - 1933 als Reaktion auf die Hitlerdiktatur in Deutschland zogen. Nach der deutschen Besetzung Oesterreichs 1938 floh die Familie nach Prag, wo der Vater seine politische Arbeit fortzusetzen hoffte, 1939 emigrierten die Trilses ueber die Slowakei, Ungarn und Triest nach Shanghai. Seit dieser Zeit lebten sie jahrelang notgedrungen mit falschen Paessen, aus denen, wie Trilse-Finkelstein in seiner Autobiographie betonte, "alles Juedische" entfernt war.

Bereits 1940 kehrte die Familie aus gesundheitlichen Gruenden nach Wien zurueck, einige Jahre gelang es, mehr oder weniger illegal dort zu leben, da der Vater als Arzt arbeiten konnte. Als sich aber die innenpolitische Lage im besetzten Oesterreich verschaerfte, flohen die Trilses 1943 weiter nach Slowenien, wo sich die Eltern bis 1945 am Partisanenkampf beteiligten und so den Krieg ueberlebten. Alle anderen Verwandten von Jochanan Trilse-Finkelstein wurden von den Nationalsozialisten in Auschwitz, Theresienstadt und anderen Lagern ermordet. Nach Kriegsende kehrten die Trilses zurueck nach Wien. Jochanan Trilse-Finkelstein maturierte in Wien, absolvierte eine Foersterausbildung und studierte Theaterwissenschaften und Philosophie zunaechst in Oesterreich bei Ernst Fischer und dann in Frankfurt/Main bei Theodor Adorno. 1956 setzte er seine Studien bei Hans Mayer und Ernst Bloch in der DDR fort. Dorthin war seine Mutter, seit 1951 verwitwet, schon 1952 auf Einladung einer Freundin und nicht zuletzt aus Protest gegen den weiterhin herrschenden Antisemitismus in Oesterreich uebergesiedelt. Bereits 1953 wurde sie allerdings in der DDR wegen ihrer juedischen Herkunft drangsaliert und kurze Zeit inhaftiert. Von 1957 bis 1958 lebte Trilse-Finkelstein noch fuer einige Zeit in der Bundesrepublik, beschloß aber dann endgueltig, sich in der DDR niederzulassen. 1971 promovierte er in Potsdam und Rostock ueber die Antikenrezeption der Gegenwart, 1977 habilitierte er sich in Greifswald. Seit 25 Jahren lebt der Philosoph und Autor zahlreicher literatur- und theaterwissenschaftlicher Werke in Berlin. Die meisten seiner in der DDR veröffentlichten Publikationen erschienen unter dem Namen Christoph Trilse, den er seit der Emigration aus Oesterreich trug. Zu ihrer juedischen Identitaet bekannten sich Jochanan Trilse-Finkelstein und seine Mutter oeffentlich Ende der 70er Jahre, als Reaktion auf einen antisemitischen Angriff auf die Privatwohnung am 40. Jahrestag des Novemberprogroms. Mutter und Sohn nahmen ganz bewußt den Namen Finkelstein an, den Maedchennamen der Mutter. 1985 rief er mit Freunden die Gruppe "Wir fuer uns" ins Leben, dort, so bekennt er, habe er einiges ueber das Jude sein gelernt, von der biblischen Geschichte bis zur den juedischen Speiseregeln. Nach der Wende beteiligte er sich an der Gruendung des Juedischen Kulturvereins in Berlin-Mitte, wo er bis heute als Mitglied des Vorstandes Vortraege und Seminare haelt und organisiert.

Anke Schnabel/Barbara von der Lühe

Literatur:

Christoph Trilse (Jochanan Trilse-Finkelstein): Antike und Theater heute. Berlin 1975.

Christoph Trilse (Jochanan Trilse-Finkelstein): Das Werk des Peter Hacks. Berlin 1980.

Jochanan Trilse-Finkelstein: Man kann nicht aus dem Judentum austreten. In: Zwischen Thora und Trabant. Juden in der DDR. Wroblewsky, Vincent von. Berlin 1993, S. 40-62.

Jochanan Trilse-Finkelstein: Gelebter Widerspruch. Heinrich Heine. Berlin 1997.

Jochanan Trilse-Finkelstein: Lexikon. Theater International. Berlin 1997.

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"Ich glaube, der Begriff Heimat, der Begriff Heimat ist mir fremd geworden..."

Josef Weizenbaum

Joseph Weizenbaum wurde am 8. Januar 1923 in Berlin als Sohn jüdischer Eltern geboren. Aufgewachsen ist er bis zu seinem 13. Lebensjahr am Gendarmenmarkt, in der historischen Mitte Berlins. 1936 mußte er mit seinen Eltern und seinem Bruder in die USA emigrieren.

Während des 2. Weltkrieges diente der Mathematikstudent als Wetterbeobachter in der U.S. Airforce, nach Kriegsende begann er sein Mathematikstudium, das er 1950 an der Wayne University in Detroit abschloß, danach wirkte er als Assistent an einem Computerprojekt mit. In den folgenden Jahren spezialisierte sich der junge Mathematiker in dem neu entstehenden Fach Computer Science. Vorrangig war er mit der Entwicklung und dem Bau eines Rechners sowie mit der Entwicklung von Computersprachen und -programmen beschäftigt. Er trat mit einschlägigen Publikationen an die Öffentlichkeit und arbeitete führend an der Entwicklung des ersten Computerdatenbanksystems mit.

1963 wurde Joseph Weizenbaum zum Professor für Computer Science an das renommierte Massachusetts Institute of Technology (MIT) in Cambridge/Massachusetts berufen. Bis zu seiner Emeritierung 1988 lehrte er dort am "Laboratory for Computer Science".

Weltberühmt wurde er 1965 mit seinem Programm ELIZA, welches das Gespräch mit einem Psychotherapeuten simuliert: Viele Menschen hatten das Gefühl, dass der Computer sie wirklich verstehe, sogar angesehene Psychiater wollten das Programm einsetzen, und manche glaubten gar an den bevorstehenden Durchbruch der künstlichen Intelligenz.
Diese Reaktionen veranlassten Weizenbaum zu einer intensiven Auseinandersetzung mit dem Umgang der Gesellschaft mit Computern. Als "Computerkritiker" möchte Joseph Weizenbaum allerdings nicht bezeichnet werden, weil Computer mit Kritik ja nichts anfangen könnten: "Ich bin Gesellschaftskritiker".

Joseph Weizenbaum war und ist als akademischer Lehrer international tätig. So war er unter anderem Gastprofessor an der Harvard University, der Universität Hamburg. und der Technischen Universität Berlin; als Stipendiat der Alexander-von-Humboldt-Stiftung lehrte und forschte er ein Jahr lang an der Universität Freiburg. Er erhielt Ehrendoktorate von der State University of New York, dem Webster College of New Hampshire und der Universität Bremen. Ihm wurden zahlreiche Auszeichnungen zuteil, u.a. der Norbert Wiener Preis der Computer Professionals for Social Responsibility (CPSR), der Namour Preis der International Federation of Information Processing (IFIP), der Ehrenpreis der Gesellschaft für Informatik (GI) und der Preis des Forums Informatikerinnen und Informatiker für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung (FIFF).

Seit mehreren Jahren lebt Joseph Weizenbaum in Berlin – eigentlich wollte er nur für einen Sommer in seine Heimatstadt kommen- doch seitdem hat er seinen Aufenthalt immer wieder verlängert, nicht zuletzt wegen seines pädagogischen Engagements an der Berliner Hochschule der Künste und anderen wissenschaftlichen Einrichtungen in Deutschland. Seine Wohnung in Cambridge hat er aber behalten, und so wurde auch aus ihm ein "Wanderer zwischen zwei Welten".

Ilan Kiesling/Barbara von der Lühe

Literatur:

Joseph Weizenbaum: Symmetric List Processor. Sunnyvale/Californien 1963

Joseph Weizenbaum: OPL-I: An Open End Programming System within CTSS.

Cambridge/Massachusetts 1964.

Joseph Weizenbaum: Computer Power and Human Reason: From Judgement to Calculation. San Francisco 1976.

Joseph Weizenbaum: Display Use for Man-Machine Dialog. New York 1972.

Joseph Weizenbaum: Die Macht der Computer und die Ohnmacht der Vernunft.

Frankfurt/Main 1985.

Joseph Weizenbaum: Kurs auf den Eisberg. Die Verantwortung des Einzelnen und die Diktatur der Technik. München 1987.

Joseph Weizenbaum: Kinder, Schule und Computer. Soest 1989.

Joseph Weizenbaum: Sind Computer die besseren Menschen? Ein Streitgespräch.

München 1992.

Joseph Weizenbaum: Wer erfindet Computermythen? Der Fortschritt in den großen Irrtum. Freiburg im Breisgau 1993.

Joseph Weizenbaum: Was bringt uns die Computerwelt? Freiburg 1996.

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"...Ich bin gebürtiger Pole, naturalisierter Amerikaner und deutscher Professor..."

Andrzej Wirth

Der Literaturwissenschaftler Andrzej Tadeusz Wirth (ATW), geboren 1927 im polnischen Wlodawa, erlebte den Beginn des Zweiten Weltkrieges auf dem Landgut seiner Mutter in Ostpolen. Sein Vater meldete sich 1939 zur polnischen Exilarmee, kämpfte gegen Hitler an der italienischen Front (Monte Cassino) und ließ sich nach dem Krieg in London nieder, wo er in den achtziger Jahren gestorben ist.

Die Kriegszeit verbrachte der junge ATW mit seiner Mutter in Warschau, er besuchte ein konspiratives Elite-Gymnasium, wo er heimlich Latein, Deutsch und Englisch lernte und die deutschen Klassiker las. Mit seinen jungen Augen sah er den alltäglichen Terror auf den Straßen, die Polizeirazzien und öffentlichen Erschießungen von Geiseln, das leidvolle Sterben im Ghetto und die blutige Niederlage des Warschauer Aufstandes 1944, die endgültige Katastrophe einer Millionenstadt.

Nach dem Kriege studierte er analytische Philosophie in Lodz und Warschau und promovierte in Breslau mit einer Dissertation über Brecht. Diese Arbeit, publiziert auch auf Deutsch, hat ihn in Fachkreisen außerhalb Polens bekannt gemacht und ermöglichte ihm später den Weg an die westlichen Universitäten.

Auf die Einladung von Bertolt Brechts Berliner Ensemble ging ATW 1956 für zwei Jahre nach Berlin und nahm Kontakt mit deutschen Akademikern und Literaten auf. Er schloß sich der Gruppe 47 an und wurde als Kritiker, Übersetzer und Herausgeber zum Vermittler zwischen deutscher und polnischer Kultur. Seine zweibändige Anthologie des polnischen modernen Dramas (Luchterhand 1966) beeinflußte die Rezeption des polnischen Theaters in Deutschland. In den sechziger Jahren galt er mit seinem Mitstreiter Jan Kott als einer der bedeutendsten Theaterkritiker Polens.

1966 ging Andrzej Wirth als Gastprofessor in die USA, zwei Jahre später entschied er sich angesichts der veränderten politischen Lage in Polen dazu, in den Vereinigten Staaten zu bleiben. Er begann in Englisch zu schreiben und unterrichtete an der Stanford University und der City University of New York, außerdem erhielt er Gastprofessuren an der Harvard University, in Yale, in Oxford und an der Freien Universität Berlin.

1982 folgte er einem Ruf an die Justus Liebig Universität Gießen, wo er das erste deutsche Institut für Angewandte Theaterwissenschaft gründete, das er bis zu seiner Emeritierung 1992 geleitet hat. Sein beruflicher Lebensweg ist eng verbunden mit Robert Wilson und Heiner Müller, die er als Gastprofessoren an das Gießener Institut holte.

Wirth veröffentlichte zudem zahlreiche Studien zu Themen der polnischen und internationalen Theater- und Literaturgeschichte, sowie über die NS-Zeit und die Judenverfolgung in Polen. Die Übersetzung seiner auf Deutsch und Englisch publizierten Studien erscheint eben in einem akademischen Verlag in Krakau.

Heute wohnt er in Berlin und lebt in Venedig, als gebürtiger Pole, naturalisierter Amerikaner und, last but not least, als deutscher Professor und old fellow des Wissenschaftskollegs.

Andrzej Wirth

Literatur:

Andrzej Wirth (Hrsg.): Modernes polnisches Theater. Neuwied u.a. 1967.

The Stroop Report. The Jewish Quarter of Warsaw is no more! Translated from the German and Annotated by Sybil Milton. Introduction by Andrzej Wirth. New York 1979.

Andrzej Wirth/Slawomir Mrozek, Zabawa (Hrsg.): Satire in lustloser Zeit. Frankfurt/Main 1992.

Andrzej Wirth/ Stanislaw Witkiewicz (Hrsg.): Verrückte Lokomotive. Ein Lesebuch. Frankfurt/Main 1994.

Gerhard Fischer (Hrsg.): Debating Enzensberger. Great Migration an Civil War. Tübingen 1996.

Cornelia Saxe: Das gesellige Canapé. Die Renaissance des Berliner Salons. Berlin 2000.

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